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Partnerschaftssonntag Citykirche

Brückenschlag nach Afrika

Zwischen den Dekanaten Nürnberg-Mitte und -Nord und der Evangelischen Lutherischen Kirche in der Republik Kongo bestehen partnerschaftliche Beziehungen. Die Partnerschaftsbeauftragte Angelika Veeh schreibt zum Partnerschaftssonntag an Lätare 22. März 2009:


Auch dieses Jahr wollen wir unseren traditionellen Partnerschaftssonntag an Lätare feiern. Lätare – „das kleine Osterfest“ – in diesem besonderen Sonntag fanden die Initiatoren des Partnerschaftssonntages vor mehr als 10 Jahren ein Symbol für unsere Partnerschaft.

Die Partnerschaft zur Evangelisch Lutherischen Kirche im Kongo (EELCo) ist und bleibt spannend. Sie haben sicher selbst in den Medien verfolgt, dass der Krieg im Nordosten des Kongo immer noch mit unverminderter Grausamkeit tobt. Es gibt unendlich viele traumatisierte Menschen und die Kirche hilft, so gut es geht. Pfarrerin Reinhild Schneider tut ihren Dienst mitten in diesem Krisengebiet, in der Stadt Bukavu.

Unsere Partnerschaft geht eigentlich in den Südosten des Landes, in die Provinz und Diözese Haut-Katanga – Lualaba. Dieses Gebiet ist etwa 1.000 km von Bukavu entfernt. Es kommen immer wieder Flüchtlinge an, die versorgt werden, aber sonst merkt man in dieser Provinz von den Unruhen wenig.
Nach den Präsidentschaftswahlen hofften die Menschen auf bessere Lebensbedingungen. Die Weltwirtschaftskrise hat aber auch im Kongo ihre Spuren hinterlassen. Ein Teil der Minen wurde geschlossen. Somit verloren viele Menschen ihre Arbeit.
Vor einigen Jahren war die Kollekte des Partnerschaftssonntages für das Frauenzentrum in Kimbeimbe bei Lubumbashi bestimmt. Vom 1. März bis 30. Juni soll hier ein Kurs für 15 Frauen stattfinden. Jede der 5 Diözesen wird 3 Frauen entsenden, die dann als Multiplikatorinnen in ihre Gemeinden zurückkehren. In den 4 Monaten werden sie wie folgt unterrichtet:

1. Sprache:
Alphabetisierung, englisch und französisch
Unterricht

2. Medizin:
gesunde Ernährung, Hygiene, Ansteckungs-
wege, Pflege für Mütter und Kinder, Imp-
fungen, HIV/AIDS und Tuberkulose, sexu- elle Gesundheit, Drogenmissbrauch

3. Familie und Gemeinschaft:
Erziehung, Familienplanung, Belastungen
und Krisen bewältigen, Versöhnung in Konflikten, die Gemeinschaft entwickeln

4. Finanzen:
Geld verantwortlich verwalten, Buchhal- tung, Kreditsysteme, Kleinstunternehmen

5. Theologie:
wie verstehe ich die Bibel? Meditation und
Predigt, Bibelarbeit in der Gruppe, christ-
liche Ethik, christliche Erziehung, das Leben
Martin Luthers

6. Entwicklung:
Einfluss nehmen, als Netzwerk arbeiten, Veränderungen initiieren, Parizipation und Aktion, Nachhaltigkeit, Umweltverschmut- zung, Erosion und Klimawandel, Katastro-
phenprävention, angepasste Technologien,
Informatik
7. Handwerk:
Kochen, Nähen, Stricken

8. Landwirtschaft:
familiäre Landwirtschaft, Viehhaltung und
Tiergesundheit, Fischzucht, Garten und Obstbäume

9. Geschichte:
afrikanische Traditionen, Menschenrechte

10. Kirche:
Geschichte und Lehre der lutherischen Kirche, Organisation der Kirche, Liturgie
und Kirchenjahr, Diakonie (Behinderte,
Straßenkinder), Aufgaben der Frauen in der Gemeinde, FPC (Femmes pour Christ)

Dies ist ein anspruchvolles Programm, aber die Menschen im Kongo sind hungrig nach Bildung. Mit besserer Ausbildung haben die Menschen bessere Chancen ihr Leben zu meistern, auch in dieser ungewissen Situation.

Sie sehen, es gibt nicht nur negative Nachrichten aus dem Kongo, sondern auch Entwicklungen, die Mut machen – Entwicklungen, die wir mit anstoßen und finanziell unterstützen können. Wir sind immer wieder aufgerufen mit unserer Hilfe, sei es im Gebet oder finanziell, nicht nachzulassen.

Ich wünsche Ihnen allen einen gesegneten Partnerschaftssonntag.

Fotostrecke starten: klicken Sie auf ein Bild (1 Bilder)


(Text: Angelika Veeh, Bild: privat)

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