Einmal im Monat (im Juli zweimal), laden Turmführerinnen und Turmführer, Kirchenmusiker und Gästepfarrerin zu einer nächtlichen Kirchenerkundung nach St. Lorenz ein. Das bedeutet: Offener Nordturm - begehbare Orgelempore - offener Kirchenraum. Das bedeutet aber auch: Nicht ein festes Programm wird „durchgezogen“, sondern umgekehrt: die anwesenden Gäste und Touristen gestalten „ihren“ Abend in St. Lorenz. Manche haben nur wenig Zeit – der Zug fährt bald und sie wurden einfach durch die nach draußen leuchtenden Kirchenfenster angezogen. Sie setzen sich mitsamt ihrem Koffer einfach einen Moment in die Kirche und verweilen dort noch ein wenig, bevor es weitergeht.
Andere kamen ganz gezielt für diesen Abend, möchten auch gleich auf den Turm, um dort, womöglich bei Mondaufgang, den Blick über die nächtliche Stadt zu genießen. Wieder andere fragen: „Wann und wo beginnt denn nun die Führung?“ sind ganz ungeduldig und zunächst erstaunt, dass es zwar ein Angebot, aber kein festes Programm gibt.
Die finden alle etwas, auch die, die wenig Zeit mitbringen. Denn die Überraschung ist groß, dass da wirklich mal Raum ist, noch dazu richtig viel Raum. Dass da zunächst erst mal auf die alte Tagmessglocke gehört wird um 21 Uhr, die den Tag misst und sein Ende markiert. Die Lorenzkirche wird für einen Abend ein Organismus, ein lebendiger Gesamtkörper. Und es geht ruhiger zu, anders eben als am Tag. Auch an dunkleren Stellen kann man umhergehen, es gibt Menschen in Turm und Kirche, die befragt werden können. Orgelklänge zur jeweils halben Stunde laden zum Innehalten ein. Dann verstummen Gespräche und Fragen. Alles wird Klang. Wer aber mehr wissen will über die Orgel, die Türme, die Kunstwerke – der geht seinen Fragen nach und findet einen gesprächsbereiten Organisten auf der Orgelbank oben, der gerne Auskunft gibt. Oder einen Turmführer, der manche erstaunliche Geschichte und Sage zu berichten weiß. Oder aber die Gästepfarrerin, die im Kirchenraum da ist – für Führung, Fragen, freies Gespräch.
Bis bald! Susanne Bammessel, Karsten Leykam und das Turmführerteam, St. Lorenz
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